Funktionelle Erkrankungen

Funktionelle Erkrankungen

Trigeminusneuralgie

Die Trigeminus-Neuralgie (TN oder Tic douloureux) bezeichnet akut auftretende, blitzartig einschiessende Schmerzattacken im Gesicht. Die Schmerzen treten auf im Versorgungsgebiet des V. Hirnnerven (Nervus trigeminus) und beschränken sich auf eine Gesichtshälfte. Typischerweise werden die Attacken ausgelöst durch leichte Berührung, reden, essen, Zähneputzen oder beim Übergang von warme in kalte Umgebung. Manche Patienten haben neben diesen Schmerzattacken zusätzlich anhaltende Schmerzen im Gesicht.

Meist ist die Ursache unbekannt, man spricht dann von einer sog. idiopathischen TN. Eine andere Ursache für den Schmerzreiz kann ein Druck auf den Nerv sein, z. B. durch einen Gefäss-Nerven-Konflikt oder auch einen (gutartigen) Tumor.

Die erste Behandlungsoption sind antiepileptische Medikamente, wie z. B. Carbamazepin. Wenn die medikamentöse Behandlung gravierende Nebenwirkungen verursacht, oder wenn die Wirkung nachlässt, können chirurgische Massnahmen geprüft werden. Neben Thermokoagulation des Ganglion Gasseri (Verödung der Nervenschaltzentrale) wird die Operation nach Janetta (hier wird das Gefäß, das auf den Nerv drückt, gepolstert) als Therapie genutzt. Seit einigen Jahren wird die radiochirurgische Behandlung zur Behandlung der Trigeminus-Neuralgie eingesetzt und es werden gute Ergebnisse erzielt.

Die lokale Bestrahlung des Nervus trigeminus im Bereich des Hirnstamms führt in ungefähr 69 % der Fälle zu einer Schmerzfreiheit oder erheblichen Schmerzlinderung1 (Quellen?). Der Effekt tritt meistens erst nach einigen Wochen bis Monaten auf. Bei 10% dieser Patienten kehren die Schmerzen innerhalb eines Jahres zurück. Nebenwirkungen in Form einer Gefühlsstörung im Gesicht oder verminderter Tränenfluss treten bei ungefähr 5 % der Patienten auf.

1 IRSA® (International RadioSurgery Association), 2003: Stereotactic Radiosurgery for Patients with Intractable Typical Trigeminal Neuralgia Who Have Failed Medical Management.